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KING KONG – Das Musical

im Theaterschiff Stuttgart

 

 

Ein großes Leinwandspektakel auf kleiner Bühne – mit nur 3 Darstellern und einem übergroßen Affen – wie soll das funktionieren? Das denkt sich wohl jeder, der das aktuelle Programm des Theaterschiffs Stuttgart in den Händen hat. Dass das durchaus zu bewältigen ist, zeigt das Ensemble des kleinen Theaters eindrucksvoll.

 

Das Musical von Paul Graham Brown und James Edward Lyons nach dem Roman von Delos W. Lovelace braucht keine große Bühne und Ensemble. Es glänzt durch seine Einfachheit, witzigen Dialoge und eingängigen Songs, allesamt live am Piano begleitet.

 

Ann Darrow (Maria Kempken), eine nicht gerade erfolgsverwöhnte Schauspielerin, hat gerade zum wiederholten Mal ein Vorsprechen vermasselt („Woher soll ich wissen, dass ´Mutter Courage` kein Musical ist?“) und ist so pleite, dass sie sich zwischen einem Kaffee und einem Donut entscheiden muss. Da kommt ihr das Angebot von Filmregisseur Carl Denhem (Andre Uelner), sie in seinem nächsten Film groß rauszubringen, gerade recht. Pünktlich findet sie sich am nächsten Tag am Hafen ein und besteigt mit dem Regisseur das Schiff von Kapitän Jack Driscoll (Markus Streubel). Nur Denhem weiß, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Eine kleine Insel südwestlich von Java, wo der Riesenaffe King Kong herrscht. Auch von dem perfiden Plan Denhems, die junge Schauspielerin und den Riesenaffen zusammenzubringen um daraus sensationelle Bilder und somit einen Kassenschlager zu bekommen, ahnt keiner etwas. Auf der Insel angekommen, nimmt alles seinen Lauf – wie Denhem erhofft hatte. Der Affe findet Gefallen an der blonden Schönen und rettet sie aus den Fängen der Eingeborenen. Er verteidigt sie aber auch eifersüchtig gegen Jack Driscoll, der sich zwischenzeitlich in die reizvolle Dame verliebt hat. In letzter Sekunde kann er sie davon überzeugen, mit ihm zu gehen – obwohl sie Gefallen an dem sanften Riesen gefunden hat. Doch für Kong kommt jede Hilfe zu spät: Denhem lässt den Riesen fangen und nimmt ihn mit in die Heimat nach New York. Dort bringt ihm seine Entdeckung und das zur Schau stellen des prähistorischen Monsters viel Ruhm und Ehre ein. Als sich der Affe von seinen Ketten losreißen kann und seinen Rache- und Verwüstungsfeldzug durch die Stadt beginnt, steht nur sie ihm bei und versucht, ihm zu helfen. Auch Jack erkennt, dass er Ann nur gewinnen kann, wenn er dem Monster beisteht. Da aber zwischenzeitlich das ganze Land gegen Kong mobil macht, haben die beiden keine Chance, den Affen zu retten oder ihm zur Freiheit zu verhelfen. Wie im Film kommt es auch hier zum Showdown auf dem Empire State Building.

 

Maria Kempken (Ann) und Andre Uelner (Denhem) überzeugen sowohl durch starkes Spiel als auch sehr gute Stimmen. Maria Kempken meistert die Verwandlung von der erfolglosen Schauspielerin zur selbstbewussten, starken Frau mühelos. Auch Andre Uelner brilliert als skrupelloser und geldgieriger Regisseur jede Sekunde. Markus Streubel (Jack) spielt den anfangs ruppigen und rauen Seebär, der im Laufe des Stückes zum gefühlvollen und verliebten Mann wird, ebenso überzeugend. Leider war er am Premieren-Abend durch eine heftige Erkältung stimmlich eingeschränkt, was passagenweise auch deutlich zu hören war. Sicher steht er mit gesunder Stimme seinen Kollegen auch hier in nichts nach.

Der Riesenaffe Kong wird anfangs durch Einspielungen einzelner Filmszenen und Schattenspiel auf einer Leinwand dargestellt. Erst am Ende des Stückes lässt er sich auf der Bühne blicken. Um die Dimensionen erahnen zu können, hat er Ann in Form einer Barbie-Puppe in der Hand. Eine gute Idee, die die Inszenierung durchaus aufpeppt - wird King Kong schließlich auch als Special Guest angekündigt.

 

Mit „King Kong“ ist dem Theaterschiff Stuttgart ein neuer Geniestreich gelungen. Eine abwechslungsreiche, humorvolle und gelungene Abendunterhaltung, die man einfach gesehen haben muss. Die Umsetzung auf der kleinen Bühne ist Regisseurin Cordula Polster meisterhaft gelungen. Unter der musikalischen Leitung von Markus Herzer wird der Abend auch durch die Begleitung auf dem Piano zum Ohrenschmaus.

 

 

„KING KONG“ noch bis 26. Februar 2012 auf dem Theaterschiff Stuttgart.

 

Infos und Tickets unter www.theaterschiff-stuttgart.de

 

 

 

Bericht: Sabine Böhm

Bilder: Theaterschiff Stuttgart