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Showbericht: La Cage aux Folles

 

 

Amsterdam, 18.01.2011.

 

Wo besser als in den Niederlanden, besonders in Amsterdam, könnte ein Musical wie La Cage aux Folles (deutsch: Ein Käfig voller Narren) gespielt werden? Das Land wo in der Sitte, laut viele, alles möglich und toleriert sein soll und Themen wie Homosexualität und Travestie überhaupt kein Problem sind. Andere betrachten Amsterdam vielleicht als ein modernes "Sodom und Gomorra". Desgleichen könnte man sagen von der Handlung dieses Musical, wo kein Tabu oder Voreingenommenheit aus dem Weg gegangen wird und die verschiedene Ansichten der Menschen gezeigt werden. Letztendlich siegt aber, wie ja eigentlich immer der Fall sein sollte, die Vernunft. Schließlich sind wir ja alle wer wir sind. La Cage aux Folles könnte es auch Ihnen erklären. Lesen Sie dazu unser Showbericht.

 

 

Die Hintergründe zum Musical.

 

La Cage aux Folles (Ein Käfig voller Narren) ist ein Musical in zwei Akten mit Musik und Songtexten von Jerry Herman zum Buch von Harvey Fierstein. Ganz am Anfang, in 1973, gab es noch kein Musical und wurde Jean Poirets Theaterstück La Cage aux Folles in Paris uraufgeführt. Es wurde zu einem großen Boulevard-Hit. Im Théatre du Palais Royal wurde es sieben Jahre lang ohne Unterbrechung gespielt. Gleichzeitig kam die Produktion weltweit auf die Bühnen.

 

 

1983 wurde daher der Broadway auf die sich hervorragend eignende Vorlage aufmerksam: Für die Musicalbühne schrieb Altmeister Jerry Hermann (u. a. Hello, Dolly!) eingängige Melodien. Showstopper ist sicher den Titel „I am what I am“ (Ich bin, was ich bin), der von verschiedenen Interpreten unabhängig vom Musical auch als Solotitel gesungen wird. Unter anderem auch von Gloria Gaynor. Dies ist insofern bemerkenswert, als das der Titel eigentlich ein Outing-Lied eines schwulen Mannes ist, der um Respekt und Anerkennung wirbt. Das Lied hat in Schwulen- und Transsexuellen-Kreisen Kultstatus.

 

 

Das Musical erobert die Welt.

 

La Cage aux Folles wurde als Musical am 23. August 1983 uraufgeführt und errang in der Theatersaison 1983/84 viele amerikanische Theaterpreise (so auch sechs Tony Awards, darunter „Bestes Musical“, „Best Score“ und „Best Book of a Musical“). Die Show wurde bis zum 15. November 1987 im New Yorker Palace Theatre 1761 mal aufgeführt. Die Londoner West End-Premiere war am 7. Mai 1986 im London Palladium; das Musical wurde dort 301 mal aufgeführt.

 

 

1985 gelang es dem Berliner Theater des Westens die Aufführungsrechte für die Deutschsprachige Erstaufführung zu bekommen. Die Premiere der Inszenierung von La Cage aux Folles fand am 23. Oktober 1985 statt. Es spielten u.a. Helmut Baumann als Albin/Zaza, Günter König als Georges. In Österreich wurde das Musical erstmals vom 3. August 1989 bis 26. August 1989 beim Musical Sommer Amstetten aufgeführt. Am 28.11.2010 fand die langersehnte Premiere in den Niederlanden statt, im neu eröffneten Delamar Theater. Ihre Majestät Königin Beatrix der Niederlanden war Ehrengast.

 

 

Die Handlung.

 

Georges (Stanley Burleson) betreibt seit vielen Jahren den Club La Cage aux Folles in St. Tropez. Gefeierter Star der frivolen und glitzernden Travestie-Shows ist Albin alias Zaza (Jon van Eerd), die männliche „Lebenspartnerin“ an Georges Seite. Eines Tages kündigt sich Besuch an: Sohn Jean-Michel, eine Jugendsünde von George. Der Sprössling hat die Liebe seines Lebens gefunden: ein Mädchen namens Anne. Das sich ankündigende Familientreffen hat einen Haken: Der Vater der Verlobten, ein Politiker und erzkonservativer Sittenwächter, möchte die Eltern des zukünftigen Schwiegersohnes kennenlernen. George muss auf die Schnelle ein bürgerlich-konservatives Umfeld für den Besuch schaffen. Nebst dem wenig geeigneten Wohn- und Arbeitsumfeld von George muss noch ein grundsätzlicheres Problem gelöst werden: Woher eine „Mutter“ nehmen? Albin, respektive die Bühnenfigur Zaza bietet hilfreich seine/ihre Dienste an. Nach großen Wirren und viel Komik kündigt sich ein Happy-End an…

 

 

Die Hauptdarsteller im Übersicht:

 

Jon van Eerd  –  Albin / Zaza

 

Stanley Burleson  –  Georges

 

Derek de Lint  –  Edouard Dindon

 

Liz Snoijink  –  Marie Dindon

 

Gerrie van der Klei  –  Jacqueline

 

Karel Simons  –  Jean Michel

 

Anouk Maas  –  Anne Dindon

 

Juan Wells  –   Jacob

 

Roberto de Groot  –  Alternate Georges / Albin

 

 

Cagelles:

 

Bram Blankestijn, Paul Boereboom, Esther van Boxtel, Mark Dowe, Mark Jong A Pin, Wouter Schaaijk, Bobby Snijder, Clifford Stein und Merlijn Wolsi

 

 

Ensemble, swings:

 

Robin van den Akker, Timo Bakker, Arie Cupé, Golda Doof, Jeannine Geerts und Matthew Michel.

 

 

Ab März 2011 werden die Rollen des Ehepaar Dindon übernommen von:

 

Bartho Braat  –  Edouard Dindon

 

Mariska van Kolck  –  Marie Dindon

 

 

 

 

Albin hat keine Lust mehr zu tanzen im Club "La Cage aux Folles".

 

 

Das Kreativteam:

 

Produzenten  -  Joop van den Ende und Erwin van Lambaart

 

Musik  -  Jerry Herman

 

Tekst  -   Jon van Eerd

 

Liedtekste  -  Martine Bijl

 

Regie  -  Matthew Ryan

 

Musikalische Leitung  -  Jeroen Sleyfer

 

Bühnenbild  -  Carla Janssen Höfelt

 

Choreografie  -  Nichola Treherne

 

Beleuchtung  -  Henk-Jan van Beek

 

Kostüme  -  Cocky van Huijkelom

 

Ton  -  Jeroen ten Brinke

 

 

 

 

Unsere Bewertung.

 

La Cage aux Folles ist ein Musical dass ein wenig erinnert an Le Moulin Rouge in Paris, aber hier dann hauptsächlich dargestellt mit Männern. Nicht nur die üppige Kleidung der Darsteller bewirkt das, sondern auch wie die mit französischem Akzent reden, die Auswahl der Musik (mit sogar eine Szene mit Akkordeon auf der Bühne) und die verwendete Bühnenstücke. Damit erwirkt man genau das richtige französische Gefühl beim Publikum.

 

 

Es ist weiterhin erstaunenswert was die 7 Herren und (jawohl!) 1 Dame der Cagelles leisten auf ihren Stöckelschuhen. Man(n) könnte da nur durch Anschauen leicht die Krämpfe im Wadenbereich bekommen. Nicht alle Cagelles sind überigens gleich in ihren Rollen und Kleidung. So gibt es die Hamburger Hanna (Mark Dowe), die ihre Gäste mit der Peitsche willkommen heißt. Oder die mehr ägyptische Phaedra (Mark Jong A Pin), die Chantal (Paul Boerboom) oder die Geraldine (Bram Blankestijn). Die Dame der Cagelles (Esther van Boxtel) ist jedoch die leading Lady der Truppe. Kompliment an ihr, sie hat die Herren das Bewegen und Tanzen als Damen gut beigebracht. Mehrmals war das Szenenapplaus also hochverdient.

 

 

Doch es wäre ungerecht wenn wir hier die Hauptdarsteller nicht nennen wurden. Höchstes Lob verdienen Stanley Burleson und Jon van Eerd. Mehrmals sind die 2 alleine auf der Bühne. Die Intensität und die Emotionen womit die beiden spielen füllen leicht den ganzen Saal und es passierte also mehrmals dass es mäuschenstill war und wir Gänsehaut bekamen. Mit diesen beiden Darstellern hat der Produzent wirklich einen Goldklumpen gefunden. Nur für diese beide Darsteller konnte es leicht lohnen mal aus Deutschland anzureisen um sich La Cage aux Folles anzusehen. Kommt alle und seht Euch doch selbst das Musical an.

 

 

Nach soviele Komplimente für Stanley Burleson und Jon van Eerd könnte man leicht vergessen die andere Hauptdarsteller zu nennen. Wir möchten betonen dass auch ohne Derek de Lint, Liz Snoijink, Gerrie van der Klei, Karel Simons und Anouk Maas La Cage aux Folles nicht sein könnte. Auch sie sind toll in ihren Rollen und sehr gut eingespielt, sind aber letztendlich dann doch irgendwie "ergänzend" an den Rollen von Stanley und Jon. Das soll der Zuschauer aber kein Leid tun; 2 absolute Stars auf der Bühne reichen völlig aus um ihrem Besuch an La Cage aux Folles als absolut denkwürdig zu erinnern.

 

 

Mehr Information.

 

Mehr Information über das Musical La Cage aux Folles finden Sie auf: http://www.musicals.nl/lacage/

 

Einige Videobilder (Musical Gala 2010) können Sie ansehen auf: http://www.youtube.com/watch?v=YtyV6kweTsM

 

Karten unter: http://webshop.seetickets.nl/shows/Show.aspx?sh=CAG&view=stage

 

Spielliste unter: http://www.musicals.nl/lacage/waar-en-wanneer.html

 

 

Das Musical spielt in verschiedene Theater in den Niederlanden bis 29.05.2011. Die Preise: 28 bis um die 60 Euro pro Person, je nach Preiskategorie, Spielzeit / Tag und Theater.

 

 

Quellenachweis.

 

Hintergrund und Handlung: Deutsches Wikipedia. Bearbeitung und Korrekturen: Redaktion Niederlande.

 

Szenefotos: Roy Beusker.

 

Weitere Tekste: Redaktion Niederlande.