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Graf von Krolock" lässt bitten... - Kevin Tarte im exklusiven Interview



 


Unsere Redaktion Niederlande/West hatte die Ehre und durfte einen der wohl beliebtesten und bekanntesten Musicaldarsteller, den meisten bekannt in seiner Paraderolle des "Grafen von Krolock" aus dem Musical "Tanz der Vampire", interviewen:



 


Interview mit Kevin Tarte in Oberhausen. Er ist wirklich ein Nachtvogel, trotzdem tagsüber gut zu gebrauchen.



 


Red.



Kevin, kannst du etwas von dir selber erzählen? Welche Charakterzüge machen Kevin Tarte aus?



 


Kevin



Ich bin jemand, der versucht, alle Menschen fair zu behandeln. Dadurch kommt sehr viel Liebe zurück. Was meine Stimme und meinen Körper betrifft bin ich sehr diszipliniert und das gibt mir viel Kraft. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, ich habe sehr viel Energie.



 


Red.



Und was würdest du dir wünschen, was die Leute über dich sagen?



 


Kevin



Ich bin immer froh, wenn die Leute sehen, dass ich ziemlich natürlich bin.Ich möchte ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie mich immer ansprechen und mir vertrauen können. Was mein Publikum angeht, wünsche ich mir, dass es nach einer Show glücklich nach Hause geht und ein Gänsehautgefühl mitnimmt.



 


Red.



Jetzt spielst du zwei Tage in der Woche Graf von Krolock. Wie sieht deine Freizeitgestaltung aus, wenn du nicht auf der Bühne stehst?



 


Kevin



Mein Kalender enthält zudem Galas und Konzerte und dafür brauche ich sehr viel Vorbereitung. Noch dazu arbeite ich an einer sehr aufwändigen Orchester-CD. Die kommenden Monate werde ich sehr viel Zeit im Studio verbringen, um Aufnahmen zu machen.



Red.



Musicalsongs gibt es viele. Doch welches Lied ist dein persönlicher Lieblingssong?


Kevin



Es ist schwer für mich, einen Lieblingssong zu benennen. Meist sind es immer die Songs, an denen ich gerade arbeite. So ändert es sich bei meinem CD-Projekt beispielsweise fast jede Woche. Wenn ich ein Lied übe, bin ich ganz vertieft in den Text und die Melodie. Ich möchte verstehen, wie die Intervalle aufgebaut sind, sich ergänzen und unterstützen, um dann das Lied entsprechend zur Vorstellung zu bringen. Da ist es wirklich ein Geschenk, ein Sänger zu sein.



 


Red.



Kevin, du spielst schon seit Jahren die Rolle des Grafen von Krolock. Jetzt war Jan Ammann krank, also musstest du extra Sondervorstellungen spielen. Bringt das dein CD- und Gala-Programm nicht in Gefahr?



 


Kevin



Es ist natürlich schwierig in so einem Fall, alles unter einen Hut zu bringen. Aber mein Vertrag besagt, dass ich hier sein muss wenn Jan oder Matthias, der dritte Krolock, ausfallen und manchmal muss ich dann Termine im Studio verschieben. Ich nehme mir dann hier die Zeit für mich, wenn ich nicht auf der Bühne stehe. Wie z.B. vorgestern Abend, da habe ich auf der Probebühne bis 02.00 Uhr morgens geübt. Ich brauche Ruhe, um mich mit einem Lied auseinander zu setzen, seinen Text zu verinnerlichen, die Farbe zu bestimmen und die Details zu finden. Tagsüber bei mir zu Hause ist es mit Telefon und Emails wie in einem Büro. Deshalb ist es da manchmal schwierig, die nötige Ruhe zu finden. Ein Sänger muss ein Lied eben nicht nur singen, sondern richtiggehend studieren.



 


Red.



Kannst du dich in der Freizeit dann überhaupt noch entspannen? Schlösser besuchen oder Ähnliches?



 


Kevin



Das macht mir nach wie vor richtig Spass. Hier in Oberhausen hatte ich leider noch nicht so wirklich viel Zeit dazu. Als nächstes möchte ich nach England, um die grosse Gärten der Landhäuser und Schlösser zu besichtigen.



 


Red.



Wir sprachen von Krolock. Du hast die Rolle so oft gespielt. Besteht da nicht die Gefahr, in Routine zu verfallen, z.B. wenn du an einem Tag nicht so gut drauf bist?



 


Kevin



Ich kontrolliere mich selbst regelmäßig. Wenn ich auf der Bühne bin, dann bin ich sofort in die Rolle vertieft. Ich kann an nicht Anderes denken, als an meinen nächsten Moment auf der Bühne. Wenn man müde ist, besteht natürlich die Gefahr des Autopiloten, deshalb bin ich sehr diszipliniert, genug Schlaf- und Ruhezeiten zu bekommen. Es ist eine große Verantwortung abends für 1.800 Gäste zu singen.



 


Red.



Gibt es auch Momente von Improvisation, in denen man sagt: „Ich habe es 1.000 Mal so gemacht, jetzt möchte ich etwas anderes probieren“?



 


Kevin



Oh ja, und glücklicherweise haben wir hier in Oberhausen eine ganz tolle Abendspielleiterin. Sie schaut die Show 3 bis 5 Mal in der Woche an und gibt uns Notes. Wir arbeiten sehr gut zusammen. Ich habe hier in Oberhausen, gerade mit dem Abstand der Vorstellungen von Wochenende zu Wochenende, sehr Vieles ausprobiert und mit ihr dann abgestimmt. Und auch mit Cornelius Baltus, dem Regisseur. Es war mein Ziel, dieses Mal in Oberhausen die Rolle des Krolock noch weiter zu entwickeln.



 


Red.



Wenn du auf der Bühne stehst und wir im Saal sitzen, dann haben wir das Gefühl, du schaust jeden an. Aber du kannst doch nur die ersten Reihen sehen, oder?



 


Kevin



Ich sehe die Leute nicht wirklich, aber ich spüre sie immer im Saal. Es ist schwierig zu beschreiben, es ist wie eine Art Energieaustausch.



 


Red.



Auf welche drei Dinge möchtest du niemals verzichten? Was ist dir ganz wichtig in deinem Leben?



 


Kevin



Auf Musik kann ich nicht verzichten, sie ist mir ganz wichtig. Außerdem brauche auch die Ruhe und die Natur. Ich brauche zu Hause eine schöne Umgebung um mich herum. Meine vier Wände müssen wirklich Stil haben, gemütlich und schön sein, dafür streiche und renoviere ich auch selbst, wenn nötig.



 


Red



Hast du z.B. auch eine Pflanze/ein Tier, eine Art von Talisman, welcher mit dir reist, egal, in welcher Stadt du spielst?



 


Kevin



Ich habe zwei Lampen, die ich in meinen ersten Jahren bei den Schlossfestspielen in Heidelberg gekauft habe. Wenn ich irgendwo in einer anderen Wohnung bin, dann muss ich mindestens eine dabei haben. Das tut mir dann immer wieder gut. Auch ein riesiger Louis-XVI Fauteuil, ein vergoldeter französcher Stuhl, ist meistens mit dabei. Ihn habe ich in Amerika gekauft als ich noch in Alaska gearbeitet habe.



 


Red



Angenommen du gewinnst eine Million €uro. Was würdest du damit machen?



 


Kevin



Ich würde das Geld gleich wieder in die Produktion von CDs und Konzerten stecken. Außerdem würde ich auch gerne eine Stiftung für junge Künstler gründen. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal angefangen, Unterricht zu geben. Es gibt mir wahnsinnig viel Kraft und Freude zu sehen, wie schnell ich mein Wissen meinen Schülern vermitteln kann.



 


Red.



Das bringt mich auf eine andere Frage. Es gibt in Deutschland so ein Format ‚Auf der Suche nach....’ Möchtest du auch in so einer Show in der Jury mitmachen?



 


Kevin



Früher dachte ich, das wäre nicht so interessant, aber jetzt reizt mich das. Ich habe so ein Casting vorletztes Jahr mitgemacht und ein sehr gutes Feedback meiner Kollegen bekommen. Ich spüre sofort, was die jungen Künstler brauchen und wie ich ihnen helfen kann.



 


Red.



Musicalmessage. Möchtest du noch etwas Allgemeines loswerden oder etwas zu deinen Fans sagen?



 


Kevin



Fans sind mir immer sehr wichtig gewesen. Ich bin immer sehr dankbar, dass sie mir schreiben, Bilder schicken, dass meine Arbeit sie berührt und ich ihnen damit helfen kann. Das finde ich eigentlich die schönste Bestätigung, mehr als alles andere. Zu wissen, dass das, was ich tue in meinem Leben etwas Gutes bringt in diese Welt.



Und ganz viele liebe Grüsse an meine Fans!



 


Text: Redaktion Niederlande/West