






„Illusionen einer Ehe“
Eine weitere Premiere mit Starbesetzung in der Komödie im Marquardt Stuttgart
Bereits der Titel des neues Stückes der Komödie im Marquardt lässt erahnen, in welche Richtung das Werk von Eric Assous geht. Nach der Kriminalkomödie „Koi Leich ohne d`Lilly“ stehen nun die Irrungen und Wirrungen von Beziehungen auf dem Programm und im Mittelpunkt dieser Geschichte ist keine Geringere als die erfolgreiche Schauspielerin Alexandra Kamp, die im Stück die Rolle der „Jeanne“ verkörpert, zu sehen!
Sind Sie verheiratet? Oder träumen Sie bereits seit langem von der Ehe? Dann sollten Sie sich das Theaterstück einmal genauer ansehen und für sich persönlich entscheiden, inwiefern Sie diesen Traum noch länger aufrecht erhalten wollen…Auch die Frage, wie viele Beziehungen man im Laufe seines Lebens haben sollte und das evtl. noch während man bereits verheiratet ist, wird süffisant in Eric Assous Tragikomödie angeschnitten.
Ehrlichkeit in Ehren, doch wie würden Sie reagieren, wenn Sie von Ihrem Ehepartner direkt gefragt würden, wie viele Affairen bzw. Seitensprünge Sie im Laufe Ihrer Ehe bereits hatten?
Genauso ergeht es Maxime (gespielt von Simon Licht), der eines Morgens von seiner Frau Jeanne darauf angesprochen wird, mit wie vielen Frauen er sie eigentlich betrogen habe. Die anfangs belächelte „Bestandsaufnahme“ wird jedoch zum regelrechten verhör, jedoch nicht von Seiten Jeannes. Nachdem Maxime gesteht, dass er mindestens 12 Affairen verzeichnen kann, drängt ihn die Neugier dazu zu wissen, ob auch seine Frau fremdging. Und tatsächlich gab es in Jeannes Leben einen Seitensprung – wohlgemerkt: EINEN und das neun Monate lang! Für Maxime ist diese Tatsache wesentlich schlimmer und gewichtiger als seine vielen Seitensprünge, die ja „nur“ nebenbei liefen und nichts Ernstes waren. Doch sich neun Monate mit ein und derselben Person zu treffen und sich auch noch kulturell und emotional auszutauschen, das gehe doch wirklich nicht! Ein potentielles Opfer, aus Maximes Sicht, ist auch schon gefunden – so verdächtigt er ab sofort den Tennispartner und langjährigen Freund der Familie: Claude (Harald Pilar von Pilchau)! Claude wird von Maxime zum Essen eingeladen, natürlich mit dem Ziel herauszufinden, ob der eher schüchtern wirkende und etwas ungelenke Mann mit der Strickjacke tatsächlich sein Nebenbuhler war – neun Monate lang!
Das gemeinsame Treffen, das doch so harmlos als Essenseinladung begann, endet in einem regelrechten Verhör von Seiten Maximes! Dieser redet sich nach und nach in Rage und als auch noch Jeanne von ihrem Einkaufsbummel zurückkehrt und das Trio komplett ist, gibt es für Maxime kein Halten mehr. Er möchte nur eines wissen: Den Namen des Mannes, mit dem seine Frau ihn so lange betrogen hat. Seine vielen Seitensprünge sieht er als nichtig an. Doch nichts ahnend, was Jeanne wirklich im Schilde führt, endet dieser Tag mit einem Geständnis Maximes, welches keiner so direkt vermutet hätte…
„L `Illusion conjugale“, wie der Originaltitel von „Illusionen einer Ehe“ lautet, zeigt auf sehr eindrucksvolle Art und Weise die Beziehung von Mann und Frau. Das klassische Rollenklischee wird hier ebenso aufgegriffen – der Mann darf sozusagen alles, der Frau wird ein Fehltritt als großes Verbrechen ausgelegt. So stehen die Charaktere des Stückes stellvertretend für sehr viele Menschen, die sicherlich die ein oder andere Szenerie bereits in der Realität so erlebt haben und sich deswegen auch besonders gut mit „Jeanne und Maxime“ identifizieren können. Dass „Claude“ zu Beginn eher eine Randfigur darstellt, sich doch im Endeffekt als wichtige Schlüsselfigur dieser Tragikomödie entpuppt, ist ein geschickter Schachzug Assous, der hier auch häufig mit dem Stilmittel der Verzögerung arbeitet, um Spannung zu erzeugen und um die Charaktere noch eindrucksvoller zu zeichnen!
Oscar Wilde vertrat stets die Auffassung, dass „zu einer glücklichen Ehe meistens
mehr als zwei Personen gehören“. Ob man nun diese Meinung teilt oder sie eher ablehnt,
bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass „Illusionen einer Ehe“ von nur drei
hervorragenden Akteuren getragen wird. Die Rolle des „Maxime“ wird von Simon Licht
verkörpert – der bekannte Schauspieler wirkte bereits in unzähligen Fernsehproduktionen
mit, u.a. in „SOKO“ oder „Tatort“, auch in Bernd Eichingers erfolgreicher Kino-
Das „Trio Infernal“ schafft es wahrlich, die Menschen zu begeistern und Christian
Voss`Inszenierung des Stückes „Illusionen einer Ehe“ perfekt umzusetzen. Gitti Scherers
Bühnenbild besticht durch schlichte, aber dennoch edle Sachlichkeit. So befindet
man sich als Zuschauer direkt im Wohn-
Viele Fragen schießen einem durch den Kopf, wenn man „Illusionen einer Ehe“ ansieht: Weshalb werden Menschen überhaupt zu Seitensprüngen verleitet? Ist es die Gefahr, die davon ausgeht? Das Neue, das fasziniert? Oder möchte man seinen Partner bewusst verletzen?
Nun, diese Fragen und noch viele mehr, werden in dem zweistündigen Stück erörtert – doch eines ist klar: Nichts bleibt ungesühnt und oftmals ist die schlimmste Strafe, etwas nicht zu erfahren – und diese Erfahrung muss Maxime letztendlich machen!
Erleben Sie „Illusionen einer Ehe“ noch bis zum 06. März täglich in der Komödie im Marquardt!
Bericht: Franziska Maier