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Dame sticht!

Die neue Show von Frl. Wommy Wonder.

 

 

Ja, die Dame sticht wieder, und das nicht zu knapp. Stuttgarts Vorzeige-Fräulein startet mit ihrem neuen Programm einen weiteren Großangriff auf die Lachmuskeln ihres Publikums. Wie bei jedem Programm der Kabarett- und Travestiekünstlerin ergänzen sich Moderationen, Geschichten und Lieder perfekt. Doch eines ist neu: man hat nicht nur feuchte Augen vom vielen Lachen - mit ihrem wunderschönen und einfühlsamen Lied „Papa, lass los!“, das ihrem im letzten Jahr verstorbenen Vater gewidmet ist, zaubert sie eine sehr nachdenkliche, beinahe traurige Stimmung, die aber trotz allen Ernstes die gute Stimmung der Show keineswegs zerstört. Ein gewagtes Konzept, das aber auf jeden Fall voll aufgeht.

 

Die gebürtige und überzeugte Schwäbin bringt im ersten Teil ihrer Show auch dem letzten Skeptiker nahe, dass Schwaben „älles“ können, empfiehlt dem Publikum – wenn auch nicht ganz ernst gemeint – doch genug Vitamine zu essen, schwenkt von der besinnlichen Schiene, in der sie davon singt, wie Neid und Gier unser Leben bestimmen können, wieder zurück in das ernst-heitere Thema „Denglisch“, wo sie vehement fordert „Gib mir, gib mir, gib mir mein Deutsch bitte wieder“. Hier wurde dem Abba-Lied „Gimme Gimme Gimme“ gekonnt ein neuer Text verpasst. Mit der Parodie auf das österreichische Kaiserhaus und ihrer unnachahmlichen Figur der Sissi schließt sich der 1. Teil der Show.

 

Nach der Pause begrüßt Frl. Wonder ihr Publikum im neuen, aufregenden Kleid, das sicher manches Männerherz höher schlagen lässt. Doch das Herzklopfen reguliert sich schnell wieder, wenn die Künstlerin ihre kleine Kollektion an Haar-(Toupet)Trophäen zeigt, die sie dem jeweiligen Liebhaber abgenommen hat.

Auch ein Appell an werdende Eltern, die sich noch nicht über den Namen ihrer ungeborenen Kinder einig sind, fehlt in dieser Show nicht. „Manches Kind heißt wie das IKEA-Möbelstück, auf dem es gezeugt wurde...“ Danach folgt der besinnliche und, wie anfangs erwähnt, gewagte Teil der Show mit den Liedern über wahre Liebe und „Papa, lass los!“. Doch die hyperaktive Diva lässt ihren Zuschauern kaum Zeit, das Taschentuch zu verstauen, da betritt sie schon als Raumpflegerin Elfriede Schäufele das Theater und heizt mit umwerfend komischem Witz und den „Kehrwoch-Arrangements“ ein. Hier kommt das Taschentuch erneut zum Einsatz, denn während diesem Auftritt bleibt vor Lachen kein Auge trocken.

 

Auch das neue Programm „Dame sticht!“ ist ein Großangriff auf die Lachmuskeln, ohne Seele und Hirn zu vernachlässigen. Ja, bei Frl. Wommy Wonder darf mein sein Gehirn nicht an der Garderobe abgeben und hoffen, sich 2 ½ Stunden nur berieseln zu lassen. Nein, ohne absolute Aufmerksamkeit und wachem Geist würde einem viel entgehen.  

 

Am Flügel wird Wommy Wonder von Tobias Becker (alternierend Tobias Schmid) begleitet. Und nicht zu vergessen die medizinische Betreuung des Abends durch die staatlich exhumierte Pflegefachkraft auf 1-Euro-Basis, Schwester Bärbel alias Marcelo Pivoto.

 

Das neue Programm ist noch bis 28. August 2011 täglich außer Montags im Renitenztheater Stuttgart zu sehen.

Tickets unter www.renitenztheater.de

weitere Termine und Infos unter www.wommy.de

 

 

 

 

Bericht: Sabine Böhm