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Sister Act (2010)

 

 

Wenn man Sister Act denkt, denkt man natürlich zu allererst an die Filme und dann erst an das Musical, das am 24. Oktober 2006 in Kalifornien uraufgeführt wurde und 2010 nach Deutschland (Hamburg) kam. Die CD von diesem Musical kommt auch recht flott daher und sieht ansprechend aus. Besonders zu loben ist das Heft, das nicht nur Bilder der Produktion, sondern auch die deutschen Text enthält.

 

 

Auch die komplette Besetzungsliste ist dort verzeichnet. Diese nun beherbergt große Namen wie Daniela Ziegler, die schon eine gute Leistung auf der CD von Robin Hood (Jesper Tydén in der Titelrolle) abgeliefert hat und natürlich Ina Trabesinger, die zuvor nicht nur in der Castingshow für das Musical Tarzan, sondern auch als Eponine in Les Misérables an mehreren Orten eine tolle Leistung darbot. Ihr tolles Timbre wertet auch diese CD auf. Leider ist dies eines der wenigen Highlights dieser CD.

 

 

Die ganze Handlung wird hauptsächlich von Liedern begleitet, die sehr bemüht sind irgendeine Art von Pep in religiöse Botschaften zu bringen, was dann leider misslingt und diese total verfälscht. Solche Zeilen wie „Statt zu Penn’n, soll’n hier die Bänke brenn’n.“ und „Dudes und Chicks, schnappt euch ein Kruzfix“ sind nur Beispiele für das Textniveau in solchen schnellen Nummern. Auch das Stück „Meine Offenbarung“, das erklären soll, wie die einzelnen Nonnen ins Kloster gekommen sind, ufert durch eine relativ eintönige Begleitung und dem leider erfolglosen Versuch das ganze auf eine witzige Schiene zu bringen in pure Langatmigkeit aus. Nur allein das Ensemble kann hier für Höhepunkte sorgen (Nazide Aylin stellt ein schönes Timbre unter Beweis). Die Lieder sind insgesamt beinahe alle aus einen Guss und das wirkt nach spätestens vierzig Minuten nicht mehr so, dass man das Gefühl hat, weiterhören zu wollen. Auch der Titelsong „Sister Act“ enttäuscht. Statt an dieser Stelle mal einen richtig guten fetzigen Song zu liefern versichert das ganze in einer 0815-Ballade.

 

 

Die CD entbehrt aber – wie gesagt - nicht gänzlich Highlights. das Stück „Ich mach sie kalt“ ist beispielsweise eine echt coole Nummer und macht Spaß zuzuhören. Auch den Titel „Die Welt die ich nie sah“ ist aufgrund der tollen Darstellerleistung sehr hörenswert. Wenn man die Nummer 12 („Zeig mir den Himmel - Reprise“) anwählt hört man eine tolle Einleitung bevor das eigentliche Reprise beginnt. Schade ist auch, dass Susanna Panzner, von deren Qualität ich mich öfters selbst live überzeugen durfte, nicht mehr singt.

 

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass man für diese CD ein Kaufempfehlung nach dem Besuch des Musicals aussprechen kann. Was man nämlich an Bühnenshow in den Trailern sieht verspricht tolle Bilder, die man sich sicherlich mit dieser Highlights-CD noch mal in Erinnerung rufen kann. Auch sollte man sich diese CD kaufen, wenn man gerne diese Art von Musik (Sacropop) hört. Wer allerdings überlegt sich diese CD zu kaufen, wenn er eigentlich mehr das lyrische oder ursprüngliche Musical mag, sollte besser das Geld für eine andere CD zurückhalten. Man muss Sister Act wirklich mögen und etwas mit dieser Musik verbinden (beispielsweise ein Musicalbesuch), um die CD gut zu finden.

 

 

Philipp J. Kroiß