Von Disney bis Rocky – Best of Musicals Gala feiert Premiere in Stuttgart
Wer bisher schon einmal bei den „Best of Musicals“ Galas zu Gast war, der weiß, dass jedes Jahr eine Show der Superlative in den größten Hallen Deutschlands präsentiert wird. Namhafte Musicalstars präsentieren die schönsten Hits aktueller Musicals und geben Einblicke in noch unbekannte Produktionen – in diesem Jahr lautete das Motto der Show „Movie meets Musical“. Ein Motto, dem man wahrlich in dem rund zweistündigen Programm gerecht wurde. So standen dieses Mal auch die melodiösen Songs der Disney Filme, aus denen teilweise schon Musicals gemacht wurden, im Mittelpunkt, aber auch Filme, die großen Musicalcharakter aufweisen, wie beispielsweise „Burlesque“ oder „Dreamgirls“.
Vom 17.02. bis 19.02.2012 gastierte „Best of Musicals“ in der Stuttgarter Schleyerhalle.
Zahlreiche Musicalfans fanden den Weg zu diesem Event und das obwohl aktuell die
Narren ihr Unwesen trieben und große Konkurrenzveranstaltungen dafür sorgten, dass
sicherlich der ein oder andere Platz der extrem großen Halle noch leer blieb. Doch
was den Zuschauern geboten wurde, war eine Show der Extraklasse. Bereits die große
Bühne, auf der das Orchester über der eigentlichen Aktionsfläche thronte, ließ einen
Hauch von Hollywood erahnen. Mit überdimensional großen Bildproduktionen, wurde ein
roter Vorhang eingeblendet und zwei große Monitore zeigten die gesamte Show sowie
Close ups der Darsteller während des gesamten Abends. Eben diese Monitore boten auch
den Auftakt der Show. So wurden die Stars des Abends in einem Einspielfilm präsentiert,
wie sie in großen Limousinen zum Roten Teppich gefahren wurden, um dort vor der Presse
zu posieren. Alle Damen elegant in goldenen Abendkleidern und alle Herren in schicken
Anzügen mit Goldelementen gekleidet – passend zur großen Film, bzw. Musicalpremiere.
Während des Filmes spielte das Orchester live in einer Ouvertüre Elemente der großen
Hits des Abends und passend zu jedem Künstler erklang auch ein Titel, der später
von diesem live dargeboten wurde. Eine sehr schöne Idee, die gleich die Stimmung
im Saal positiv beeinflusste. Das Opening „Hunderttausend Watt“ griff dann den Glitzer
und Glamour des Einspielfilmes wieder auf und alle Darsteller sowie das gesamte Ensemble
erstrahlten in ihren goldenen Kleidern. Zu den Stars des Abends gehörten keine Geringere
als Musicalstar Pia Douwes, die aktuell im Musical „Rebecca“ im Stuttgarter Palladium
Theater zu sehen ist, „Tarzan“ Alexander Klaws, der gleich seine ehemalige „Jane“
Elisabeth Hübert sowie seine frühere „Constance“ (aus den „3 Musketieren“) Sabrina
Weckerlin mitbrachte, „We will rock you“ Star DMJ, „Jekyll&Hyde“ Yngve Gasoy-
Der erste Akt war unterteilt in sechs große Musicalbereiche, hierbei durften sich die Zuschauer auf noch unbekannte Hits, aktuelle Produktionen und Evergreens freuen. Nach dem Opening schlüpfte Patricia Medeen in Beyoncées Rolle im Film „Dreamgirls“, sie sang den Titelsong sowie das Duett „When I first saw you“ mit DMJ. Das fetzige „One night only“ bildete den Abschluss der „Dreamgirls“ Trilogie, die einen in die Zeit der legendären „Surpremes“ zurück versetzte.
Nach dem Glitter der 70er Jahre wurde die Savanne Afrikas sichtbar und „Der König der Löwen“ folgte. Das Ensemble stimmte in die Atmosphäre mit den „Grasland Chant“ ein, dabei trugen sie die Originalkostüme des Stückes. Mathieu Boldron überzeugte in seinem Solo „Endlose Nacht“ als „Simba“ und spätestens als Patricia Medee noch als „Nala“ bei „Kann es wirklich Liebe sein“ mit einstimmte, wurde der Zauber dieses Musicals wach.
Nach dem Sonnenschein Afrikas wurde die Bühne in Finsternis getaucht. Vampire schritten
durch den Saal, bereit für den „Tanz der Vampire“. Mit eine Teil aus „Ewigkeit“,
welcher leider eine andere Choreographie als beim Originalmusical zeigte, dem „Tanzsaal“
und „Draußen ist Freiheit“, wurde das Publikum in den Blutrausch des beliebten Musicals
entführt. Yngve Gasoy-
Nach den Kreaturen der Nacht blieb es auf der Bühne dunkel. Die Vampire machten einem
ganz anderen Grauen Platz – dem Grauen, welches sich in „Manderley“, dem früheren
Wohnort von „Rebecca“ abspielte. Gleich fünf Lieder gaben einen perfekten Einblick
in die neueste Produktion der Stage Entertainment und Pia Douwes brillierte in ihrer
Rolle als „Mrs.Danvers“, auch hier war zu merken, dass sie diese Rolle allabendlich
im Palladium Theater Stuttgart verkörpert. Sabrina Weckerlin als „Ich“ bestach durch
ihre klare und starke Stimme bei „Ich hab geträumt von Manderley“, gemeinsam mit
Yngve Gasoy-
Nach soviel Dunkelheit war es an der Zeit, wieder gute Laune zu verströmen. Und das gelang dem Kreativteam mit „Dirty Dancing“ und „Mamma Mia“, das den ersten Akt beendete. Wer erinnert sich nicht an die Hebefigur bei „Time of my life“ oder „Do you love me“ und „Yes“? Mein Baby gehört zu mir…Dirty Dancing der Filmklassiker live auf der Bühne. Sabrina Weckerlin und DMJ sangen die Songs perfekt und rissen das Publikum mit.
Elisabeth Hübert und Pia Douwes als „Mutter-
Der zweite Akt bestand zum größten Teil aus Disney Songs. So war der Opener „Tarzan“ gleich zu Beginn ein Highlight für die ganze Familie. Die Affen waren los und klauten den Zuschauern Taschen, spielten mit den Kindern und zerwühlten die Frisuren der Damen. Alexander Klaws schwebte als „Tarzan“ über den Köpfen der Leute, ebenso Mathieu Boldron, der gemeinsam mit dem Ensemble bei „Krach im Lager“, „Du hast einen Freund“, „So ein Mann“ und „Fremde wie ich“ für gute Laune sorgte. Das Duett „Dir gehört mein Herz“, das Klaws mit Elisabeth Hübert sang, sorgte für verträumte Momente.
Nach „Tarzan“ stand ein neuer Disney Film auf dem Programm: „Rapunzel – neu verföhnt“. Wer den Film kennt, der wusste gleich, welche Szene Pia Douwes und Sabrina Weckerlin darstellten. Weckerlin mit überlangem Haarzopf als Rapunzel und Douwes als ihre Mutter in „Mutter weiß mehr“. Auch das romantische Duett „Endlich sehe ich das Lichte“, das Alexander Klaws mit Sabrina Weckerlin sang, war atmosphärisch gut gewählt. Besonders die Einspielung des Disney Schlosses im Hintergrund mit den vielen Lichtern, die die Laternen, die im Film immer am Geburtstag Rapunzels vom Königspaar entzündet werden, darstellten, war eine besondere Idee. Dass Klaws disney gerecht mit einem Boot auf die Bühne fuhr und seine Rapunzel zustieg, hatte zwar einen etwas kitschigen Charakter, gehörte aber absolut zu der perfekten Umsetzung dieses Filmes dazu.
Das nun folgende Disney Medley wurde zu einer kleinen Handlung zusammengeschnitten. So kamen die Akteure des Abends in normalen Kleidern auf die Bühne und sangen Partien aus „Herkules“, „Mulan“, Der Glöckner von Notre Dame“, „Arielle“, „Die Schöne und das Biest“, „Pocahontas“ und „Aladdin“. Erinnerungen an die Filme wurden wach und Disneys Welt erwachte zum Leben.
Nach der schönen Märchenwelt wurde es lasziv: „Burlesque“ und „Moulin Rouge“ nahm die Zuschauer mit in die Welt der „leichten Mädchen“ und der Erotik des Nachtlebens von Paris. „Welcome to Burlesque“, von Pia Douwes meisterhaft interpretiert, eröffnete den Reigen der Filmsongs. In „Lady Marmalade“ zeigten die Darstellerinnen einmal eine völlig neue Seite von sich und bei „Show me how to Burlesque“ konnte Sabrina Weckerlin eindrucksvoll ihre Stimme präsentieren – wer braucht schon Christina Aguilera, wenn man Sabrina Weckerlin hat?! Alexander Klaws und DMJ sorgten für Gänsehaut mit „Roxanne“.
Der letzte Showblock des Abends wurde „Sister Act“ gewidmet. So erklärte Mathieu Boldron als „Schwitze Fritze“ in „Tief in mir“, was wirklich in ihm steckt, bei „Fabelhaft Baby“ zeigte Patricia Medeen, dass sie die Rolle der „Dolores van Cartier“ wahrlich fabelhaft beherrscht und „Lass die Liebe rein“ galt als perfekter stimmungvoller Abschluss eines perfekten Abends. Als Gag trugen alle Darsteller die Nonnenkostüme und auch die Herren wurden zu Mönchen in langen Kutten, jedoch waren diese alle weiß und mit Pailletten besetzt!
Tosender Applaus quittierte die Leistung der Darsteller und des Orchesters und Rufe nach Zugabe wurden laut. Diese Zugabe sollte auch nicht vorenthalten werden, denn zum ersten Mal wurden exklusiv zwei Songs aus dem neuen Musical „Rocky“, das im Herbst Premiere in Hamburg feiern wird, präsentiert. DMJ rockte bei „The eye of the tiger“ und „One for all“ war nun der endgültige Abschiedssong des Abends.
Dass die Darsteller sich auch als Moderatorenduos abwechselten und die einzelnen Showblöcke anmoderierten, war eine willkommende Abwechslung und sorgte auch dafür, dass die Szenen genauer erklärt wurden. Die Vielseitigkeit des Teams wurde ebenso unter Beweis gestellt. Einziger Kritikpunkt des Abends war der Ton. Manchmal kamen die Stimmen der Darsteller nicht richtig zur Geltung und es gab auch Dissonanzen zwischen Orchester und Darsteller. Doch dies fiel nicht weiter ins Gewicht und kann von Halle zu Halle verschieden sein, denn die Akustik ist stets anders, je nach Saal.
Erleben Sie auf jeden Fall dieses Feuerwerk der Musical-
Weitere Infos zur Show unter:
www.stage-
Bericht und Fotos: Franziska Maier